L-Carnitin
L-Carnitin wurde 1905 von den russischen Forschern W. Gulewitsch
und R. Krimberg im Muskelfleisch entdeckt und erstmals aus Fleischextrakt
isoliert. Seine chemische Struktur weist Carnitin als einen den Aminosäuren
ähnlichen Stoff aus.
Zwar besitzt der Mensch die Fähigkeit, das L-Carnitin in der Leber
und der Niere selbst zu produzieren, doch benötigt er dazu ausreichend
Vitamin C, die Vitamine B 6, B 12, Nicotinamid, weiterhin Folsäure
und Eisen sowie die Aminosäuren Lysin und Methionin. Dennoch können
vom Organismus nur ca. 10 Prozent des körperlichen Bedarfs hergestellt
werden, 90 Prozent müssen durch Nahrung zugeführt werden. Carnitin
ist eine vitaminähnliche Substanz, die vor allem in der Herz- und
Skelettmuskulatur vorkommt.
L-Carnitin wird im menschlichen Organismus zum Abbau
der Nahrungsfette benötigt. Im Jahre 1958 fand der amerikanische
Forscher Fritz im Laufe seiner Arbeiten heraus, dass L-Carnitin die Fettverbrennung
in den Zellen wie ein Motor anregt. Er entdeckte, dass nur durch das
L-Carnitin die Fettsäuren (Einzelbestandteile der Nahrungsfette)
in das Innere von gewissen Zellkörperchen, den Mitochondrien, eindringen
können. Die Mitochondrien sind die eigentlichen Kraftwerke der Zelle.
Hier findet die Energiegewinnung für den Körper statt. Das heißt,
mit Hilfe von Sauerstoff werden hier Fettsäuren zur Energiegewinnung
vollständig "verbrannt". Seit 1980 bis heute wurden weltweit
intensive Forschungen über die Funktionen von L-Carnitin im Stoffwechsel
des Menschen sowie über den möglichen Einsatz als bioaktive
Nahrungsergänzung bei einer Vielzahl von Gesundheitsbeeinträchtigungen
durchgeführt. Im Jahre 1986 wurde endlich auch eine biotechnologische,
naturnahe Produktionsmöglichkeit für das L-Carnitin entwickelt
und damit die Möglichkeit der Bereitstellung in ausreichender Menge
geschaffen.
L-Carnitin stellt also im Körper Energie aus Fett zur Verfügung,
und zwar besonders für Muskeln, Herz, Immunzellen, Leber, Gehirn,
Nerven, Spermien. Es trägt wesentlich und in vielfältiger Weise
zu einer normalen Funktion des Stoffwechsels bei.
L-Carnitin hat eine große Bedeutung für:
- Muskeln:
Erhöhung von Kraft , Ausdauer, Muskelbildung, Linderung körperlicher Ermüdung, Muskelverletzungen, Muskelkater und Seitenstechen, Erhöhung der Sauerstoffaufnahme des Muskelgewebes. - Herz:
Stärkung der Herzkraft und Belastbarkeit des Herzmuskels, Senkung der Herzfrequenz, Reduzierung der Begleiterscheinungen von Herzschwäche und Angina pectoris. - Immunzellen:
Steigerung ihrer Aktivität, Schutz der Zellmembranen vor schädigenden Auswirkungen aktivierter Fettsäuren. - Leber:
Verbesserung der Leberfunktionen, Beschleunigung der Neubildung von Lebergewebe, Reduzierung der Gefahr einer Fettleber. - Gehirn, Nerven:
Verzögerung der Alterung von Gehirnzellen, Verbesserung geistiger Fähigkeiten wie Konzentration, Erinnerung und Lernfähigkeit auch bei Kindern, Beschleunigung der Erneuerung von Nervengewebe. - Spermien:
Verbesserung der Spermienbeweglichkeit, Steigerung der Fruchtbarkeit der Spermien.
Der menschliche Körper enthält etwa 20 - 25 g L-Carnitin. Der normale tägliche Bedarf beträgt zwischen 200 mg und 500 mg. Bei starken körperlichen Belastungen oder Stresskann der tägliche Bedarf ohne weiteres auf 1200 mg ansteigen. Viele Spitzensportler verwenden zur Stabilisierung und zur Verminderung des Verletzungsrisikos bei Wettkämpfen bis zu 9 Gramm pro Tag. Da es sich bei L-Carnitin um eine körpereigene Substanz handelt, sind auch bei hohen Dosierungen keine giftigen Wirkungen bekannt.
Wird in Belastungssituationen für die Körperfunktionen
mehr L-Carnitin gebraucht, müssen zusätzliche Mengen von der
lebensnotwendigen Substanz über die Nahrung oder als Nahrungsergänzung
zugeführt werden. Gesundheitliche Probleme, Stress, Schwangerschaft,
Stillzeit und starke körperliche Belastungen können den
Bedarf an L-Carnitin drastisch erhöhen. Da L-Carnitin nur in tierischer
Nahrung vorkommt, ist die Zufuhr dieses essentiellen Stoffes für
Vegetarier geradezu ein Muss. Auch Diabetiker weisen häufig
einen niedrigen Gehalt an L-Carnitin im
Körper auf. Durch L-Carnitin-Gaben können die mit einem Diabetes
verbundenen Fettstoffwechselstörungen verbessert werden. Übergewichtige
Menschen können mit L-Carnitin-Gaben den Fett-Stoffwechsel ankurbeln.
L-Carnitin fördert zusammen mit ausreichender Sauerstoffzufuhr für
den Körper, also viel Bewegung, und einer fettarmen sowie eiweißreichen
Ernährung die Gewichtsabnahme. Die Pfunde können "purzeln".
Eine hohe L-Carnitin-Reserve im Körper steigert Vitalität, Lebenskraft und Wohlbefinden. Es schützt Geist und Nervensystem. Es ernährt das körpereigene Abwehrsystem. L-Carnitin ein Fitmacher ganz besonderer Art.
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